Read it Later – man liest sich später

von Thomas Zimmermann am 04.07.2011

Heute haben wir unseren ersten Gastbeitrag auf emendatio. Steffi ist Projektmanagerin Internationales Online Marketing bei der bonprix Handelsgesellschaft und betreibt nebenher noch den großartigen Musikblog klangmuster. Und jetzt viel Spaß mit Steffis Empfehlung: Read it Later

Alle, die ohnehin ständig online sind und sämtliche Artikel, die ihnen über den Weg laufen, sofort von vorn bis hinten lesen, können sich das Weiterlesen sparen, alle diejenigen, die das Lesen auch gern mal auf später verschieben, sollten unbedingt Read it Later kennenlernen.

Wer kennt es nicht, der Feedreader quillt über, die Timeline wird von Minute zu Minute länger, zudem erhält man interessante Links und Beiträge per Mail zugeschickt… Die Informationsflut in unserer Zeit will bewältigt werden – aussortiert, gefiltert und geordnet. Da wir heutzutage auf mehreren Endgeräten unterwegs sind, kommt die Herausforderung der Synchronisierung hinzu. Eine Vorfilterung findet mittlerweile ständig und überall statt. Wie oft sitze ich z.B. in der Bahn oder nehmen wir den Arbeitsplatz. Ich entdecke einen interessanten Artikel, den ich nicht sofort lesen kann, das Telefon klingelt und wichtigere Aufgaben warten. Schnell habe ich mich jedoch dazu entschieden, dass der Text lesenswert ist und das Lesen auf später verschoben.

Hierzu gibt es bereits zahlreiche Hilfsmittel, die mir ein Bookmarken ermöglichen, von klassischen Online-Bookmarkverwaltern wie Delicious oder der klassischen Reminder-Funktion über die Email an mich selbst. Wieso sollte man also auf eine weitere Webapplikation wie Read It Later zurückgreifen?

Zum einen führen viele Lesezeichen recht schnell zu einem Chaos. Auch wenn man diese fein säuberlich in Ordner und Unterordner ablegt, findet man die gewünschte Seite mitunter nicht so schnell wieder. Außerdem bietet Read it Later die hilfreiche Funktion, dass die Beiträge auch in einer Text-Only-View-Version angezeigt werden können. Durch Entfernen des Layouts ergibt sich eine angenehme Leseoptik. Hierzu muss man sich nicht – wie bei einigen anderen Applikationen – im Vorfeld für die Text- oder Originalansicht entscheiden. Mit einem Klick kann man zwischen beiden wechseln.

Außerdem können die verschiedenen Seiten getaggt werden (sofort beim Speichern zumindest in der Pro-Version), um sie später schneller wieder zu finden und der Vorteil von Tags gegenüber einer langen und untergliederten Ordner-Liste sollte hoffentlich allen bewusst sein.

Das Feature, dass mich zudem sehr überzeugt hat, ist die Möglichkeit, dass die Artikel auf dem Smartphone/Tablet (auf dem PC-Windows-Desktop nicht) auch offline gelesen werden können. Dies ist sehr hilfreich für längere Flüge, Bahn- oder Autofahrten.

Für RIL gibt es sowohl eine IPhone- als auch eine Android-App. Außerdem funktioniert es mit jedem beliebigem Browser, da hierfür Browser Extensions verfügbar sind. Somit können vom Arbeits- sowie Home-Desktop-PC Artikel gespeichert werden, um sie später auf dem Smartphone zu lesen und andersherum.

Für diesen speziellen Zweck – dem Späterlesen – ist die Applikation also sehr hilfreich und daher für mich zu einem treuen Begleiter geworden. Allerdings muss man hinzufügen, dass die App natürlich nicht allumfassend ist. So können die gespeicherten Artikel z.B. nicht mit anderen Nutzern geteilt werden. Durch die “Senden an”-Funktion kann ein gespeicherter Beitrag zumindest in der Mobile-App über alle gängigen Apps (Dropbox, Evernote, Facebook etc.) verteilt werden.

Anwendung:

Beliebige Artikel und Seiten können gespeichert werden, indem man auf das Read It Later-Icon im Browser klickt und schon werden sie in die Reading List geschickt. Anschauen kann man sich den Artikel bei Klick auf die Reading-List, entweder in der einfachen Text-Version oder die Webseite mit sämtlichen Bildern. Den Modi kann mal wechseln, indem man den Schalter in der Mobile App auf On oder Off setzt bzw. auf dem Desktop-PC auf das “T” klickt.

  • http://ak.gd André

    Benutze RIL seit über einem Jahr und ich muss sagen … es hat so seine Vor- und Nachteile. Was mir pers. verdammt gut gefällt, ist die Integration in den Google Reader – da ich dort 95% meines Lesestoffes herhole. Jedoch gibts auch die andere Seite. Klar kann ich mir viele Artikel speichern und sie nach und nach lesen, jedoch habe ich es gemerkt, dass sich dort auch ruck zuck ganze Bücher ansammeln und man oftmals mit dem Lesen nicht mehr hinterher kommt. Und in letzter Zeit nutze ich RIL immer weniger und nehm mir, zumindest für überschaubare Texte, doch mal lieber 1-2 Minuten Zeit um zu überlegen, ob ich für diese Bookmarks setzt oder eher nicht.

  • Chriz

    Ich finde RIL genial! Habe jetzt mit ifttt es so eingestellt, das alle Artikel meines Google Readers automatisch in RIL kommen. Der Vorteil: Ich öffne morgens kurz die App, geh aus dem Haus und kann dann unterwegs die Artikel in Ruhe lesen.

    Der Nachteil: Ich habe bisher keine Möglichkeit gefunden, alle neuen Artikel als gelesen zu markieren. Ich finde keine Option. :(

Vorheriger Eintrag:

Nächster Eintrag: