Meeting-Kultur: Verstanden!(?)

von Thomas Zimmermann am 02.07.2011

Heute möchte ich mal über eine Sache schreiben, die mir in letzter Zeit relativ häufig aufgefallen ist bzw. wirklich bewusst geworden ist. Berufsbedingt sitze ich ziemlich oft in Meetings und eigentlich geht es allen, bei denen das auch so ist wie mir. Man möchte die Punkte möglichst schnell und dabei so zielführend wie möglich behandeln.

Gerade bei externen Meetings holt man bei Erklärungen gern mal etwas weiter aus, wenn man ein Konzept zum ersten Mal vorstellt, oder sich nicht sicher ist, wie sehr sein Gegenüber in der Materie ist. Die Gefahr hierbei ist natürlich den Gesprächspartner massiv zu langweilen, so dass er im schlimmsten Fall komplett abschaltet.

Normalerweise sollte man hier so aufmerksam sein und versuchen sein Gegenüber so wahrzunehmen, dass man dies erkennt und entsprechend reagieren kann. Leider funktioniert das in der Praxis nicht immer so, wie es wünschenswert wäre. Gerade wenn man selbst in der rezeptiven Rolle ist, ist man hier ja relativ hilflos ausgeliefert.

Ich selbst habe bei mir festgestellt, dass ich relativ häufig ein kurzes “Verstanden!” fallen lasse, wenn ich das Thema erfasst habe und mein Gegenüber sich in Wiederholungen und Ausschweifungen verliert. Wirklich klar geworden ist mir das ganze allerdings erst, nachdem ich in einem größeren Meeting diese Aussage von jemand anderem gehört habe.

Auch wenn der Gesprächspartner hier in gewisser Weise unterbrochen und abgeschnitten wird, sollte man diese Aussage nicht als unhöflich oder negativ werten. Ganz im Gegenteil, es ist ein Geschenk im Sinne der Effizienz innerhalb eines Meetings. Der Gesprächspartner vermittelt so klar und deutlich, dass er den Sachverhalt erfasst hat und man weitermachen kann.

Natürlich kann es auch mal vorkommen, dass dem nicht so ist. Aber auch dann haben weitere Ausführungen wenig Sinn, da ab diesem Moment höchstwahrscheinlich auf Durchzug geschaltet wird. In jedem Fall empfiehlt es sich das Thema jetzt nicht mehr mit aller Gewalt auszuweiten, da es sonst neben reinem Abschalten auch zu einer deutlich schlimmeren Verärgerung führen kann.

Ist man sich vollkommen sicher, dass der Punkt nicht verstanden wurde, kann man ihn immer zu einen späteren Zeitpunkt und/oder durch eine clevere zusammenfassende Aussage oder Frage noch einmal ins Gespräch bringen.

In diesem Sinn: Verstanden?!

 

  • Maik Pressler

    Verstanden! Dem stimme ich vollkommen zu. Bevor in Meetings die sowieso schon knappe Zeit mehrerer Personen strapaziert wird, kann mit dem Signalisieren von “Verstanden“ ein echter Beitrag zu mehr Effektivität geleistet werden. Danke fürs darauf aufmerksam machen Thomas.

  • Daniel

    Interessantes Thema, da kann man auch locker eine ganze Serie raus machen.

    Das eigentliche Problem ist doch, dass 80% der Meetings schlichtweg überflüßig und ganz und gar nicht zielführend sind. Da werden unnötig Ressources gebunden, ohne das am Ende etwas Produktives bei rum kommt.

    Man sollte mal darüber nachdenken, ob die Meetings Sinn machen und zu einem zweckmäßigen Ergebnis führen. Macht der wöchentliche Jour Fixe noch Sinn oder stammt der Termin noch aus einer Zeit, wo er eine Begründung hatte.

    In diesem Sinne, nicht immer nur meeten, auch mal arbeiten ;-)

  • Anonymous

    Absolut. Da werden auch noch ein Paar Artikel zu kommen. Z.B. die Notwendigkeit VOR dem Termin eine Agenda festzulegen etc.

  • Hansjuergen

    Hallo,

    ja mir geht es ganz genauso ;-)! Aber in meinem Unternehmen gibt es wenigstens immer die leckere Bahlsen Gebäckmischung. Yam Yam! Da knuspere ich dann so vor mich hin und starre der Praktikantin auf den *****.  Also, alles ganz nett eigentlich, oder?

Vorheriger Eintrag:

Nächster Eintrag: